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Senkung des Acrylamidgehaltes in Lebensmitteln: Minimierungsmaßnahmen und Richtwerte festgelegt

EU-Verordnung 2017/2158 gilt ab 11. April 2018

Am 20. November 2017 wurde die neue EU-Verordnung 2017/2158 „zur Festlegung von Minimierungsmaßnahmen und Richtwerten zur Senkung des Acrylamidgehaltes in Lebensmitteln“ veröffentlicht. Ab dem 11. April 2018 gilt sie in allen Mitgliedsstaaten. Sie verankert das Acrylamidmanagement im europäischen Hygienerecht und umfasst:

  • Richtwerte für Acrylamid in bestimmten Produkten (Fortschreibung der Richtwerte aus Empfehlung der Kommission 2013/647/EU, durchschnittliche Absenkung um 25%)
  • Maßnahmen zur Minimierung von Acrylamid in kritischen Produktgruppen
  • Untersuchungspflicht auf Acrylamid in kritischen Produktgruppen

Es wird anerkannt, dass sich die Bildung der Prozesskontaminante Acrylamid nicht vollständig vermeiden lässt. Jedoch verpflichtet die neue EU-Verordnung Lebensmittelunternehmer dazu, im Rahmen der guten Herstellungspraxis - entsprechend dem ALARA-Prinzip – Acrylamidgehalte auf ein möglichst niedriges Niveau abzusenken (ALARA: „As Low As Reasonably Achievable“, deutsch so niedrig wie vernünftigerweise erreichbar).

Die Kommission wird die Richtwerte regelmäßig prüfen und gegebenenfalls weiter reduzieren.

Welche Produkte sind betroffen?

Acrylamid wird während der Lebensmittelverarbeitung aus der Aminosäure Asparagin und reduzierenden Zuckern (Fructose und Glucose) bei höheren Temperaturen (ab 120 °C und besonders über 170 °C) und geringer Feuchtigkeit gebildet.

Unter die Bestimmungen der Verordnung 2017/2158 (Richtwerte und Minimierungsmaßnahmen) fallen Hersteller besonders kritischer Produktgruppen:

  • Kartoffel- und Kartoffelteigprodukte, wie Pommes frites, Chips, Snacks, Cracker
  • Brot
  • Frühstückscerealien
  • Feine Backwaren
  • Kaffeeprodukte und Kaffeemittel
  • Nahrung für Säuglinge und Kleinkinder (Beikost)

Untersuchungspflicht auf Acrylamid

Lebensmittelunternehmen sind dafür verantwortlich ausreichend Daten zur Verfügung zu stellen, die eine Bewertung des Acrylamidgehaltes einer Produktart ermöglichen. Darüber hinaus muss aus den Daten hervorgehen, mit welcher Wahrscheinlichkeit die Produktart den Richtwert überschreiten könnte.

Für die repräsentative Probenahme und die Beauftragung der Analyse in einem geeigneten Labor sind die Lebensmittelunternehmer selbst verantwortlich. Die Verordnung legt dabei die genauen Leistungskriterien fest, die das beauftragte Labor erfüllen muss.

Erzeugnisse mit einem bekannten und gut kontrollierbaren Acrylamidgehalt müssen mindestens einmal jährlich beprobt werden. Bei allen anderen Erzeugnissen, die das Potential zur Überschreitung des Richtwertes haben, sind kürzere Abstände erforderlich.

Maßnahmen zur Minimierung des Acrylamidgehalts

Im Anhang I der EU-Verordnung 2017/2158 werden detaillierte produktspezifische Maßnahmen zur Senkung des Acrylamidgehaltes im fertigen Lebensmittel beschrieben. Diese umfassen:

  • Auswahl der verwendeten Rohstoffe (möglichst geringer Gehalt der Acrylamid-Vorstufen Asparagin und reduzierende Zucker (Fructose und Glucose))
  • landwirtschaftliche Erzeugung, Lagerung und Transport der Rohstoffe (insb. Kartoffeln)
  • Rezeptur und Prozessdesign (z.B. Senkung der Verarbeitungstemperatur, Senkung des pH-Wertes, Verwendung von Asparaginase, Ersatz von Ammoniumbicarbonat als Backtriebmittel)
  • Verarbeitung und Zubereitung

Im Falle von Pommes frites und ähnlichen Produkten, die erst vor dem Verzehr erhitzt werden, muss der Lebensmittelunternehmer dem Endverwender zusätzlich Informationen zur Vermeidung von Acrylamid an passender Stelle zur Verfügung stellen.

Für Lebensmittelproduzenten, die auch als Einzelhändler tätig sind und/oder lediglich den örtlichen Einzelhandel direkt beliefern (meist Kleinunternehmer), gelten weniger strenge Anforderungen (Anhang II der Verordnung 2017/2158).

Richtwerte für Acrylamid in Lebensmitteln

Die Richtwerte orientieren sich an den Untersuchungsergebnissen für Acrylamid in Lebensmitteln im Rahmen von Monitoring-Programmen. Durch das dynamische Minimierungskonzept konnten in Deutschland zwischen 2002 und 2010 die Acrylamidgehalte in Lebensmitteln deutlich gesenkt werden.

2013 wurde eine Empfehlung der Europäischen Kommission zur Untersuchung des Acrylamidgehaltes in Lebensmitteln veröffentlicht. Nach den darin enthaltenen Richtwerten wurden die Messergebnisse unseres Labors in unseren Prüfberichten bisher bewertet. Mit dem 11. April 2018 werden nun die niedrigeren Richtwerte der neuen VO (EU) 2017/2158 zu Grunde gelegt.

Die aktuelle Richtwerte-Tabelle finden hier zum Download.

Falls die Richtwerte überschritten werden, müssen die Unternehmen Herstellungsverfahren und Kontrollen entsprechend der in den Anhängen I und II genannten Maßnahmen überprüfen und ggf. anpassen.

Einschätzung der gesundheitlichen Auswirkung von Acrylamid

Tierversuche zeigen, dass Acrylamid und sein Metabolit Glycidamid die DNA schädigen und Krebs verursachen können. Studien, die den Zusammenhang zwischen der ernährungsbedingten Acrylamid-Aufnahme und einer möglichen Krebserkrankung beim Menschen untersucht haben, sind momentan nur begrenzt verfügbar und nicht eindeutig.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) veröffentlichte im Juni 2015 zu Acrylamid in Lebensmitteln eine umfangreiche Risikobewertung und bestätigte eine frühere Einschätzung, dass Acrylamid das Krebsrisiko für Verbraucher aller Altersgruppen potentiell erhöht. Hingegen wurden mögliche andere schädliche Auswirkungen von Acrylamid, z.B. auf das Nervensystem, die prä- und postnatale Entwicklung sowie die männliche Fortpflanzung wurden als wenig bedenklich eingestuft. Die Europäische Kommission schließt sich der Bewertung der EFSA an und sieht den gegenwärtigen Grad der Acrylamid-Aufnahme durch die Nahrung als bedenklich an.

Eine weitere Absenkung der Gehalte von Acrylamid in Lebensmitteln wird daher europaweit angestrebt. Insbesondere sollen Verbraucher für Maßnahmen zur Minimierung von Acrylamid bei der häuslichen Zubereitung sensibilisiert werden („Vergolden statt Verkohlen“).

Weiterführende Links zu Acrylamid

Dienstleistungsangebot SYNLAB

  • Bestimmung von Acrylamid in Lebensmitteln mit aktueller Methodik und gemäß der EU-verordnung 2017/2158
  • Bestimmung von Acrylamid in Lebensmitteln mit besonders niedriger Bestimmungsgrenze (10µg/kg)
  • Quantifizierung von reduzierenden Zuckern und Asparagin in Ausgangsprodukten (z.B. Kartoffeln)

Kontakt

lebensmittel@synlab.com

 

Apr 04, 2018 | LebensmittelWeiter
SYNLAB als Aussteller auf dem DGPharMed Jahreskongress

Treffen Sie uns am 22. + 23. März 2018 in Berlin auf dem 34. DGPharMed-Jahreskongress unter dem Titel „Arzneimittel- und Medizinproduktentwicklung: Clever and smart!“

Wir freuen uns darauf Sie an unserem Stand willkommen zu heißen!

Weitere Informationen zu unseren Leistungen finden Sie hier.

Nähere Informationen zum Kongress finden Sie unter: https://www.dgpharmed.de/veranstaltungen/

Mar 15, 2018 | Pharma Weiter
Umfirmierung der SYNLAB Umweltinstitut GmbH

Der Zusammenschluss des bisherigen SYNLAB Geschäftsbereiches Environmental Diagnostics und der ALcontrol Group im Juli 2017 führte zur Gründung einer neuen Geschäftseinheit mit der Bezeichnung Analytics & Services. Gemeinsam bieten wir Dienstleistungen in den Segmenten Environment, Food, Hygiene, Pharma und Products an.

Ab sofort präsentieren wir uns mit dem neuem Firmennamen SYNLAB Analytics & Services Germany GmbH.

Bitte lesen sie dazu auch den Kundenbrief.

Mar 12, 2018 Weiter
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Technische Informationen

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Das Bundesumweltministerium hat am 14. Februar 2017 einen Leitfaden zur Untersuchung und Bewertung von radioaktiven Stoffen im Trinkwasser. Damit steht allen Beteiligten eine wichtige Handlungshilfe zur Verfügung.

Leitfaden zur Untersuchung und Bewertung von radioaktiven Stoffen im Trinkwasser bei der Umsetzung der Trinkwasserverordnung

Radioaktive Stoffe wie Radon-222, Uran-238, Radium-228, etc.. finden erstmals Eingang in die Trinkwasserverordnung seit der dritten Änderung derselben, die im November 2015 in Kraft getreten ist.

Damit sind Anforderungen an den Schutz der Bevölkerung vor radioaktiven Stoffen im Trinkwasser festgelegt.

Die Überarbeitung des Leitfadens aus dem Jahr 2012 ist insbesondere für die von den Neuregelungen betroffenen Wasserversorgern und für die kontrollierenden Behörden eine wichtige Handlungshilfe zur Umsetzung der Anforderungen der Trinkwasserverordnung.

Gerne beraten wir Sie zu den neuen Regelungen und klären mit Ihnen gemeinsam die Fragen zu Probennahme, Probennahmestellen, Unter-suchungsumfang und Untersuchungszyklen.

Wir unterstützen Sie bei der Kommunikation mit den Behörden und bieten Ihnen für Ihren individuellen Fall ein entsprechendes Paket zur Analyse auf radioaktive Stoffe an.

Feb 23, 2017Weiter

Seit 30. September gelten Dämmstoffe, die mehr als 0,1 % des Flammschutzmittels HBCD enthalten als gefährlicher Abfall. Für die fachgerechte Einstufung und Entsorgung dieses Abfalls ist somit die verlässliche Bestimmung des HBCD-Gehaltes Voraussetzung

Die SYNLAB Umweltinstitut GmbH analysiert Dämmstoffe und weitere Materialien mittels akkreditierter Prüfverfahren auf ihren HBCD-Gehalt.

Für ausführliche Informationen zu diesem Thema verweisen wir auf die Veröffentlichung des Umweltbundesamtes (Hintergrund // Juli 2016)

Oct 10, 2016Weiter

Die SYNLAB Umweltinstitut GmbH hat am Standort Markkleeberg erfolgreich die GLP-Erstinspektion bestanden. Die amtliche GLP-Bescheinigung wurde im Juli 2016 ausgestellt. Mit dieser amtlichen Zertifizierung können wir zukünftig für alle GLP-pflichtigen Prüfungen der nachfolgenden 3 Prüfkategorien Laborleistungen anbieten:

Prüfkategorie 1:
Prüfungen zur Bestimmung der physikalisch-chemischen Eigenschaften und Gehaltsbestimmungen
physical-chemical testing

Prüfkategorie 4:
Ökotoxikologische Prüfungen zur Bestimmung der Auswirkungen auf aquatische und terrestrische Organismen
environmental toxicity studies on aquatic and terrestrial organisms

Prüfkategorie 5:
Prüfungen zum Verhalten im Boden, im Wasser und in der Luft, Prüfungen zur Bioakkumulation und zur Metabolisierung
studies on behaviour in water, soil and air; bioaccumulation

Alle GLP-Studien werden nach den aktuellen OECD-Guidelines durchgeführt. Diese Prüfungen sind ebenso unter non-GLP Bedingungen realisierbar.

Sie benötigen einen leistungsstarken und qualifizierten Auftragnehmer für Ihr Zulassungsverfahren?­ Gerne unterbreiten wir Ihnen ein attraktives Angebot zur Erbringung dieser Leistungen.

GLP-Bescheinigung

Sep 09, 2016Weiter

Mit Zertifikat der Landesdirektion Sachsen vom 17. Juli 2016 wurde der synlab Umweltinstitut GmbH am Standort Markkleeberg die Übereinstimmung mit GMP für die Qualitätskontrolle von Humanarzneimitteln und Tierarzneimitteln bestätigt. Mit der erfolgreichen Inspektion des neuen Mikrobiologie-Zentrallabors in Markkleeberg konnten erstmals gemeinsame Zertifikate für folgende Bereiche ausgestellt werden:

1.6 Qualitätskontrolle

1.6.2 Mikrobiologische Prüfung nicht steriler Produkte

1.6.3 Chemisch/Physikalisch

Die ausgestellten GMP-Zertifikate umfassen folgende Qualitätskontrolluntersuchungen:

  • mikrobiologische Prüfung nicht steriler Produkte (Ph. Eur. 2.6.12 und 2.6.13)
  • mikrobiologische Prüfung pflanzlicher Arzneimittel zum Einnehmen (Ph. Eur. 2.6.31)
  • Prüfung auf Bakterien-Endotoxine (Ph. Eur. 2.6.14, Gelbildungsmethoden A und B)
  • Mikrobiologische Wertbestimmung von Antibiotika (Ph. Eur. 2.7.2, Diffusionsmethode)
  • Prüfung auf ausreichende Konservierung (Ph. Eur. 5.1.3)
  • Methoden der Physik und der physikalischen Chemie (Ph. Eur. 2.2)
  • Grenzprüfungen und Gehaltsbestimmungsmethoden (Ph. Eur. 2.4 und 2.5)
  • Methoden der pharmazeutischen Technologie (Ph. Eur. 2.9)

GMP-Zertifikat MKB Humanarzneimittel

GMP-Zertifikat_MKB_Tierarzneimittel

Jul 22, 2016Weiter
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Die Zusammenführung von Labco und synlab macht die neue SYNLAB-Gruppe zum europäischen Marktführer für Labordienstleistungen. Mit der Kombination aus dem europaweiten Netzwerk und der breiten diagnostischen Vielfalt beider Unternehmen, bietet SYNLAB nun in über 30 Ländern zuverlässige Labordienstleistungen vor Ort.